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Kunst im öffentlichen Raum

Landeshauptstadt Hannover
Nanas
Ohne Titel
Mann mit Hirsch
Kennzeichner für einen Inhalt der Landeshauptstadt Hannover
Gutachten "Kunst im öffentlichen Raum"  
Eine Expertenkommission nahm mehr als 70 Kunstobjekte im Citybereich un die Lupe - die Expertise liegt nun vor.

Von den Nanas zum „Mann mit Hirsch“

Für viele Menschen in Hannover (und anderswo) waren Sie damals eine Provokation: Die drei bunten und üppigen Nanas der französischen Künstlerin Niki de St. Phalle, im Januar 1974 am Leineufer mitten in der Stadt aufgestellt.  Es kam zu heftigen Diskussionen und Konfrontationen. Heute sind Sie aus der Stadt nicht mehr weg zu denken und die meisten Hannoveraner mögen oder lieben sie sogar: Im Jahre 2004 spendeten sie über 150.000 Euro für ihre Restaurierung. Die inzwischen verstorbene Niki de St. Phalle wurde 2000 Ehrenbürgerin der Stadt und gestaltete kurz vor ihrem Tod das Innere der historischen Grotte in den Herrenhäuser Gärten.

Die Nanas gehörten damals zum „Experiment Straßenkunst“: Auf Initiative von Oberstadtdirektors Neuffer und Kunstvereinsleiter Manfred de la Motte „spendierte“ die Stadt zwischen 1970 und 1974 rd. 1,9 Mio. DM für zeitgenössische Exponate im öffentlichen Raum. An vielen Orten wurde daraufhin Kunst in die Stadt gebracht – Hannover wollte sein Image im Wettbewerb der deutschen Großstädte deutlich verbessern. Altstadt-Fest, Flohmarkt und eben das Straßenkunstprogramm sollten bundesweit für Aufmerksamkeit sorgen. Das ist - kann man heute im Rückblick sagen - auch gelungen. In kaum einer anderen deutschen Stadt finden sich heute so viele Kunstwerke im öffentlichen Raum, die das Stadtbild prägen.

Noch während des Straßenkunstprogramms gab der bedeutende hannoversche Mäzen und Kunstsammler Bernhard Sprengel, dessen Sammlung die Basis der Bestände des nach ihm benannten Museums ist, eine „Antwort“ (Ludwig Zerull) auf das „Experiment Straßenkunst“. Er schenkte der Stadt den „Hellebardier“ von Alexander Calder, der heute am Nordufer des Maschsees, gegenüber dem Museum weithin sichtbar ein Zeichen setzt. Er ist auch ein Kontrapunkt zur (teilweise bis heute umstrittenen) Ausstattung des Seeufers mit Kunst der dreißiger Jahre die nach der  Entstehung des Sees dorthin kam.

Nach dem Straßenkunstprogramm sorgten weitere Ankäufe dafür, dass Hannover als Kunst-Stadt im Gespräch blieb: Der Galerist Robert Simon machte mit zwei Ausstellungen unter freiem Himmel Furore, die den aktuellen Stand der Kunst aus Stahl zum Gegenstand hatten.  Erich Hausers „Stahl 17/87“, von den Hannoveranern nur „Stählerner Engel“ genannt, blieb im Anschluss daran – dank privater Initiative - in der Stadt.

Heute hat Simon verschiedene wichtige Beispiele zur Kunst im öffentlichen Raum nach 1945 zu einer Skulpturenmeile zusammengefasst, die zwischen Königsworther Platz und Friederikenplatz unübersehbar präsent sind.

Überwiegend temporäre Kunstaktionen im öffentlichen Raum folgten in den achtziger Jahren  bis heute, häufig auf private Initiativen zurückgehend („Bis jetzt“, „Im Lärm der Stadt“, Kunstwand Bertramstraße/alte Kornbrennerei) oder auch von Professoren und Studenten des Fachbereichs Bildende Kunst der Fachhochschule Hannover in Szene gesetzt („Blattschuss“, „Stunde Null“).

Die hannoverschen „Bus-Stopps“ sind zehn von international bedeutenden Designern entworfene Bus- und Tram-Haltestellen. Lothar Romain, zuletzt Präsident der Universität der Künste in Berlin, hat sie im Rahmen eines durch viel privates (auch finanzielles) Engagement ermöglichten Projekts realisiert. Seit Beginn der neunziger Jahre akzentuieren auch Sie, z. T. als spektakulärer Blickfang, das Bild der City – hier dann einmal als „angewandte Kunst“.

Auch die EXPO 2000 hat an markanter Stelle eine Spur im Stadtraum hinterlassen: Die Niederlande schenkten der Stadt der Weltausstellung eine große Skulptur „o.T.“ (ohne Titel) ihres Künstlers Auke de Vries, die heute auf dem Rasen an der AWD Arena im wahrsten Sinne des Worte „gen Himmel“ strebt.

Eines der letzten bedeutenden Beispiele gelungener Kunst unter freiem Himmel ist Stephan Balkenhols „Mann mit Hirsch“ am Andreaeplatz. Dieser zeitgenössische Beitrag – ein Geschenk der Fa. Karstadt – hätte 1974, im Jahr der Nanas, sicher ebenfalls heftige Debatten ausgelöst. Aber die Zeiten haben sich geändert – Balkenhols Darstellung provoziert nicht mehr sondern wird von den Kunst erfahrenen Hannoveranern wohlwollend aufgenommen.

Seit Sommer 2006 beschäftigt sich ein neuer städtischer Beirat, besetzt mit drei externen ExpertInnen, mit der Kunst im öffentlichen Raum in der Innenstadt. „Bestandaufnahme und Weiterentwicklung“ lautet sein Aufgabenstellung.

Informationen zur Kunst im öffentlichen Raum in Hannover im städtischen Kulturbüro unter Tel. 0511 168 44411/ Mail: kulturbuero@hannover-stadt.de

 


V.i.S.d.P. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt Hannover


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