Das bisherige Schulamt und die Stadtbibliothek Hannover bilden mit Wirkung vom 1.2.2003 den Fachbereich “Bibliothek und Schule”. Zum Fachbereich gehört auch das Stadtarchiv.
Wie die Schulgesetze anderer Länder kennt auch das Niedersächsische Schulgesetz eine geteilte Zuständigkeit. Das Land ist zuständig für die pädagogischen Inhalte von Schulen, während die Stadt als Trägerin “ihrer” Schulen für die baulichen Anlagen, der Ausstattung und Betrieb, die sächlichen Kosten sowie die personelle Besetzung der Schulsekretariate und die Hausmeister verantwortlich zeichnet.
Als Besonderheit unterhält die Stadt im Schulbiologiezentrum, das sich in besonderer Weise der schulischen Umwelterziehung widmet, zwei Botanische Schulgärten, eine Freiluftschule und eine Zooschule.
Atypisch, aber historisch bedingt ist die Zuordnung des Stiftungswesens zum früheren Schulamt (heute Fachbereich Bibliothek und Schule). Seit vielen Jahrhunderten haben Bürgerinnen und Bürger Hannovers vorwiegend testamentarisch ihrer Heimatstadt die Verwaltung von heute insgesamt 17 Stiftungen anvertraut.
Auch heute erhalten interessierte Stifterinnen und Stifter, die ihre Stiftung von der Landeshauptstadt Hannover treuhänderisch verwalten lassen wollen, einen kostenlosen kompetenten Service durch die erforderlichen Fachbereiche, koordiniert durch das Sachgebiet Stiftungen.
Mit den Erträgen der Stiftungen werden zweckentsprechend schnell und unbürokratisch Einzelhilfen in Notlagen gewährt als auch vielfältige Projekte gemeinnütziger Institutionen unterstützt.
Die frühere Abteilung Ausbildungsförderung gehört seit 01.11.2001 zur Region Hannover.
Die Stadtbibliothek Hannover besteht aus der zentralen Stadtbibliothek, den 19 Stadtteilbibliotheken und der Fahrbibliothek. Die insgesamt rund 1,4 Millionen Medienbestände dienen der Information, der schulischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung, der Leseförderung, der kreativen Lebens- und Freizeitgestaltung und der Unterhaltung. Mit ihrem breit gefächerten Angebot trägt die Stadtbibliothek Hannover zur politischen Meinungsbildung in unserem demokratischen Gemeinwesen bei.
Die zentrale Stadtbibliothek verfügt über ein ausgebautes Angebot an aktueller Fachliteratur, über einen umfangreichen Bestand an allgemeinen und fachspezifischen Nachschlagewerken in gedruckter und elektronischer Form, über eine große Musikbibliothek mit Sammlung Kestner, über einen bedeutenden histo-rischen Buchbestand, eine Autographensammlung, über drei Literatur-Archive: Hermann Löns, Gerrit Engelke und Kurt Schwitters, über eine Sammlung plattdeutscher Literatur.
Kulturelle Orte der Begegnung für Kinder, Schülerinnen und Schüler, Familien und ältere Menschen sind die 19 Stadtteilbibliotheken. Wohnortnah, in persönlicher Atmosphäre unterstützen sie das Lernen, den Berufseinstieg, die Orientierung im Alltag. Sie sind Informationszentren im Stadtteil und Partner im kulturellen und sozialen Gefüge des Stadtteils. Für Kinder und Jugendliche gibt es regelmäßig ein Veranstaltungsprogramm mit Jugendbuchwochen, Einführungen in die Bibliotheksbenutzung, Vorlese- und Spielstunden, Autorenlesungen und Bilderbuchkino.
Darüber hinaus gibt es öffentliche Internet-Zugänge in den Einrichtungen und regelmäßige Einführungen ins Internet für interessierte Einwohnerinnen und Einwohner.n.
Das Stadtarchiv war seit jeher es das ”Gedächtnis” der Stadt. Es dient der Sicherung, Erhaltung, Erschließung und Bereitstellung von Dokumenten aller Art (Urkunden, Akten, Korrespondenzen, Karten, Pläne usw.), die im Zuge der Tätigkeit von Rat und Verwaltung entstanden sind und aus rechtlichen, kulturellen oder historischen Gründen dauernd aufbewahrt werden müssen. Für Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaftler und Hobby-Historiker ist das Archiv eine Kultureinrichtung, die die Grundlagenarbeit für die historische Identität der Stadt leistet. Gegenüber den Ämtern, Dienststellen und Einrichtungen der städtischen Verwaltung übt das Archiv eine Querschnittsaufgabe aus.
Neben seinen Standardaufgaben erfüllt das Archiv zahlreiche Spezialaufträge; hierzu zählen u. a.
- Herausgabe der "Hannoverschen Geschichtsblätter" und der "Hannoverschen Studien";
- Führung der Chronik der Stadt
- Ergänzung und Recherche der Namen von jüdischen Opfern des Nationalsozialismus, die das Holocaust-Mahnmal an der Oper nennt;
- Betreuung der Stadttafeln, die auf bedeutsame Orte im Stadtbild hinweisen und sie erklären;
- Sicherung und Dokumentation der Zeitungsausschnittsammlung des Oberbürgermeisters und der Dezernenten
Besondere zusätzliche Probleme werfen heute die Konservierung und Restaurierung nicht nur der über 750 Jahre alten Bestände des Archivs auf, sondern auch die Verwendung von Papiersorten minderer Qualität. Das Archiv empfiehlt im Einklang mit dem Deutschen Städtetag generell alterungsbeständiges Papier gemäß DIN ISO 9706 zu verwenden. Ferner bringt die Einführung neuer EDV-Verfahren ohne Beteiligung des Archivs die Gefahr, dass heute Unterlagen in digitalen Systemen abgelegt werden, die langfristig nicht mehr lesbar sein werden.